Schule am Wieter

Die "Schule am Wieter" ist eine staatlich anerkannte Ersatzschule in Northeim. Im Jahr 2002 wurde sie unter dem Namen „Freie Schule E-Werk“ gegründet. Der Träger der Einrichtung ist die Werk-statt-Schule e.V.

Die Schule kann 60-70 Schüler*innen in neun Lerngruppen im Hauptgebäude und einer weiteren Lerngruppe in der Außenstelle Einbeck aufnehmen. Einzugsbereich ist der Landkreis Northeim und die Randbezirke der angrenzenden Landkreise. Aufgenommen werden Schüler*innen aller Schularten, bei denen der Förderbedarf nach sonderpädagogischem Gutachten festgestellt und durch die Landesschulbehörde anerkannt ist.

Brief des Kultusministeriums vom 18.03.22

Sehr geehrte Eltern,

sehr geehrte Erziehungsberechtigte,

die Corona-Krise ist noch nicht bewältigt, da stehen schon neue Herausforderungen vor der Tür, die in erheblichem Maße Auswirkungen auf das Bildungssystem haben können. Ich möchte in diesem Schreiben deshalb auf beide Themenblöcke eingehen – auf das weitere Vorgehen i. S. Pandemie und auf den Umgang mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen aus der Ukraine. Mir ist sehr bewusst, welche Problematik gerade die Gleichzeitigkeit dieser
Herausforderungen mit sich bringt, und werde mein Möglichstes tun, um die Schulen gut zu unterstützen.

Mit der Neuregelung des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) auf Bundesebene entfällt ab der kommenden Woche ein Großteil der aktuellen Einschränkungen und Schutzmaßnahmen. Aus meiner Sicht kommt dieser Schritt deutlich zu früh, ich habe wenig Verständnis für die Begrenzung des Instrumentenkoffers zum jetzigen Zeitpunkt und hätte mir hier deutlich mehr Möglichkeiten gewünscht. Denn – bei allem nachvollziehbarem Wunsch nach Lockerungen – die Pandemie ist noch nicht vorbei. In Niedersachsen werden wir von der Möglichkeit einer Übergangsregelung Gebrauch machen. Das bedeutet, dass unser Exit-Plan bis zu den Osterferien seine Gültigkeit behält und wir bis zum 02.04.2022 wie angekündigt vorgehen.

Anschließend werden wir weitgehend mit freiwilligen Maßnahmen und Empfehlungen arbeiten müssen, etwas anderes lässt das IfSG leider nicht zu. Bedauerlicherweise trifft das insbesondere auf das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung zu. Diese Maßnahme wird von Fachleuten als besonders effektiver Schutz vor Infektionen angesehen. Wir empfehlen deshalb - vor allem für die Zeit direkt nach den Osterferien -, im Sek I- und Sek II-Bereich auch weiterhin Masken zu tragen. Direkt nach den Ferien testen sich alle Schülerinnen und Schüler täglich. Wir gehen davon aus, dass diese Planung umgesetzt werden kann. Im Anhang finden Sie eine geänderte Fassung unseres Exit-Plans, die den aktuellen Stand der Planungen enthält. Für die Zeit nach den Osterferien gilt er wiederum unter Vorbehalt, da die Laufzeit der nächsten Landesverordnung sehr kurz ist (bis 02.04.2022) und sich ggf. weitere Änderungen ergeben, die jetzt noch nicht absehbar sind. Die endgültigen Regelungen ab dem 20.04.2022 werden wir den Schulen erst in der zweiten Ferienwoche mitteilen können und bitten dafür um Verständnis.

Ab dem kommenden Montag sind gemäß Exit-Plan u. a. erste vorsichtige Leichterungen bzgl. des Tragens einer MNB im Primarbereich vorgesehen. Kinder der Schuljahrgänge 1-4 dürfen ihre Maske abnehmen, wenn sie ihren Sitzplatz eingenommen haben. Wir bleiben damit immer noch deutlich strenger als in fast allen anderen gesellschaftlichen Bereichen, zumal bei einem Infektionsfall in der Lerngruppe gilt, dass alle für eine Woche die Maske auch am Sitzplatz wieder aufsetzen. Dadurch, dass auch das ABIT (Anlassbezogenes intensiviertes Testen) weiter gilt, sind die Klassenkameradinnen und Klassenkameraden des Indexfalls auch keine K1-Personen und müssen sich nicht in Absonderung begeben (Test-to-Stay-Strategie).

Für den Primarbereich ist das Thema Sprachbildung ein besonders wichtiges, deshalb sind vor allem die Einschränkungen, die diesen Bereich betreffen, nur so lange und in dem Umfang aufrechtzuerhalten, wie es unbedingt erforderlich ist. Das OVG Lüneburg hat zudem darauf hingewiesen, dass es das Tragen einer Maske im Primarbereich nur so lange als verhältnismäßig zulässt, wie eine Überlastung des Gesundheitssystems droht. Wir werden deshalb an der vorgesehenen Lockerung für den Primarbereich festhalten und sie wie geplant ab dem 21.03.2022 umsetzen. Es steht selbstverständlich jedem frei, die Maske auch am Sitzplatz weiterhin freiwillig zu tragen.

Exit-Plan

ZeitraumTesten Mund-Nase-Bedeckung
bis 04.03.2022Tägliche Testung nach den bekannten RegelnAlle tragen medizinische Masken.
ab 07.03.20223x wöchentlich Testen + ABIT*Alle tragen medizinische Masken.
ab 21.03.20223x wöchentlich Testen + ABIT*Im Primarbereich darf die Maske
am Sitzplatz abgenommen werden.**
Osterferien(4.4. bis 19.4.2022)** 
20. bis 29.04.2022Tägliche Testung – „Sicherheitsnetz“In allen Schuljahrgängen darf die Maske
abgenommen werden
ab 02.05.2022Freiwilliges Testen – 3x wöchentlichIn allen Schuljahrgängen darf die Maske
abgenommen werden
* ABIT = Anlassbezogenes intensiviertes Testen
** Ausnahme: Wenn es einen positiven Fall in der Klasse gibt, tragen alle SuS der Klasse eine Woche lang ihre Maske auch am Sitzplatz.
*** Inselschulen ggf. abweichend

 

Exit-Plan als PDF-Datei:

https://schulnetzmail.nibis.de/files/88a182b1a74de295ca737f1e74297713/MK_Exit-Plan_01_Stand18-03-2022.pdf

Weitere Regelungen zum Exit-Plan im Schulbereich

https://schulnetzmail.nibis.de/files/88a182b1a74de295ca737f1e74297713/MK_Exit-Plan_02_Stand18-03-2022.pdf

Ich komme nun zu einem weiteren Thema, das nicht nur Schulen aktuell umtreibt. Der verheerende Angriffskrieg des russischen Präsidenten Wladimir Putin auf die Ukraine bestimmt das Weltgeschehen. Städte werden ausgebombt, befinden sich unter Raketenbeschuss und werden von Panzern umzingelt – vor drei Wochen noch wären solche Bilder mitten in Europa undenkbar gewesen. Nun sind sie bittere Realität. Zu dieser Realität gehört, dass bereits mehr als drei Millionen Menschen aus dem Kriegsgebiet geflüchtet sind, zumeist Mütter mit ihren Kindern.

Die europäischen Nachbarländer und die gesamte EU haben sich solidarisch mit der Ukraine erklärt und nehmen geflüchtete Menschen hilfsbereit auf. Auch in Deutschland und in Niedersachsen kommen immer mehr Mütter mit ihren Kindern an und werden erstversorgt. Anders als bei der Flüchtlingsaufnahme 2015/2016 verläuft die Ankunft zumeist dezentral, individuell mit PKW, Bahn und Bus, oftmals direkt zu Verwandten und Bekannten. Dieser schnelle und direkte Zugang ist angesichts der schrecklichen Lage absolut richtig, gleichwohl führt er dazu, dass wir keinen exakten Überblick über das Zuzugsgeschehen haben. Die Dynamik und die Dramatik der Entwicklung lassen zudem keine belastbaren Prognosen zu.

Klar und in ersten Ansätzen spürbar ist, dass auch an unseren Schulen nach und nach Kinder und Jugendliche aus dem ukrainischen Kriegsgebiet aufgenommen werden. Um die Situation zu meistern, müssen gegebenenfalls auch neue Wege abseits der bekannten Pfade beschritten werden. Dabei gilt: Nicht Unmögliches soll möglich gemacht werden, aber das Mögliche soll erfolgen. Die Bewältigung dieser Herausforderung wird eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sein, bei der jede und jeder Einzelne gefragt ist. Hier sind Solidarität und soziales Engagement gefragt, aber eben auch Nachsicht und Toleranz, wenn sich Abläufe erst einspielen müssen und Dinge nicht so laufen wie gewünscht. Denn eins dürfen wir weder vergessen noch kleinreden: Nach zwei Jahren Pandemie ist das System Schule an der Belastungsgrenze und darüber hinaus angekommen.

Ich freue mich über jedes sichtbare Zeichen der Solidarität und des Zusammenhalts aus den Schulen Niedersachsens, über die Bereitschaft der Schulgemeinschaften, sich auch dieser Herausforderung zu stellen und zu helfen und zu unterstützen, wo immer es geht. Vielen herzlichen Dank an alle, die sich hier engagieren, die unterstützen und Verständnis dafür haben, dass manches nicht von jetzt auf gleich zu lösen ist.

Ihnen und Ihren Familien alles Gute!

Mit freundlichen Grüßen

Grant Hendrik Tonne

Die Schule am Wieter können Kinder und Jugendliche besuchen, die in Regelschulen wegen erheblicher Beeinträchtigungen der emotionalen und sozialen Entwicklung nicht ausreichend gefördert werden können. Dies sind Auffälligkeiten aufgrund von ADS oder ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit und Hyperaktivitäts-Störung/Syndrom) vorliegen, bzw. verhaltensbedingte Lernschwierigkeiten, psychische Probleme oder andere gravierende Verhaltensauffälligkeiten.

Primäres Ziel der Förderschule ist eine Reduzierung oder Aufhebung der Anpassungsdefizite sowie die Reintegration in die Regelschule. Bei entsprechender Leistung und Qualifikation können die Schüler*innen den Abschluss Förderschule Lernen, den Hauptschulabschluss, den erweiterten Hauptschulabschluss sowie in Einzelfällen den (erweiterten) Sek. I Realschulabschluss erwerben.

Schwerpunkte der Arbeit sind die individuelle Ausrichtung der schulischen Förderung mit ergänzender Beratung, Förderplangesprächen, sozialpädagogischen und therapeutischen Angeboten. Die intensive Zusammenarbeit mit Eltern und/oder Erziehungsberechtigten dient dazu, gemeinsame Ziele zu entwickeln und diese regelmäßig zu überprüfen. Es findet ein regelmäßiger Austausch mit den Vertretern des Jugendamtes, Therapeut*innen und anderen, die am Entwicklungsprozess und Entwicklungsstand der Schüler*innen beteiligt sind, statt.

Durch ein klares Regel- und Belohnungssystem (verhaltenstherapeutische Ansätze, Tokensystem) und positive Verstärkung werden die Fortschritte hervorgehoben und unterstützt. Das pädagogische Handeln ist wesentlich am systemischen Ansatz orientiert.

In der Primarstufe werden die Schüler*innen in Lerngruppen mit 8 Schülern von der ersten bis zur vierten Klasse unterrichtet und gefördert und auf einen evtl. Wechsel auf eine Regelschule vorbereitet. Regelmäßige Auswertungs- und Reflexionsgespräche überprüfen die individuell vereinbarten Verhaltensziele.

Hier werden Schüler*innen von der 5. bis zur 9. und 10. Klasse unterrichtet und gefördert. In diesen Lerngruppen werden die Schüler*innen auf die verschiedenen Schulabschlüsse oder auf den Wechsel an die Regelschule vorbereitet.

Im Werkstattbereich arbeiten die Schüler*innen gestaltend und handwerklich nach ergotherapeutischen Gesichtspunkten mit Holz, Ton, Metall, Farben und vielen anderen Materialien.

Der Schultag beginnt um 8:00 Uhr und endet um 12:40 Uhr. Im täglichen Morgengespräch kann Jeder Eigenes berichten, Erlebtes besprechen, Konflikte klären. Zum gemeinsamen Frühstück gehören in jeder Lerngruppe verschiedene Dienste wie Tischdecken u.a.

Der Vormittag ist gegliedert durch die Unterrichtseinheiten und spezifische Lernangebote in den Gruppen. Jede Lerneinheit wird mit einer gemeinsamen Reflexion des Verhaltens jedes Einzelnen beendet. Den Lerngruppen steht neben den Lehrkräften zusätzlich ca. 12 Wochenstunden ein pädagogischer Mitarbeiter zur Verfügung, so dass differenziert unterrichtet werden kann.

Sportliche Aktivitäten und verschiedene freiwillige AGs sind ein wichtiger Bestandteil der Schulwoche, ebenso wie die angebotenen Übungsfelder im Bereich gestaltendes Werken, Kunst und Musik.

Die Schüler*innen können an drei Nachmittagen in der Woche an einer freiwilligen Nachhilfe und Hausaufgabenhilfe teilnehmen. Seit November 2015 besteht die Möglichkeit, in der Schule einen Mofakurs zu besuchen.

Einmal monatlich findet eine Schülverversammlung statt, in der die Schüler*innen gemeinsam Aktuelles diskutieren, planen und besprechen können. Die Schülerversammlung wird geplant und durchgeführt durch den gewählten Schülerrat.

Sportliche Aktivitäten und verschiedene AGs sind ein wichtiger Bestandteil der Schulwoche, ebenso wie die angebotenen Übungsfelder im Bereich gestaltendes Werken, Kunst und Musik. Die Schule am Wieter beteiligt sich regelmäßig an den Fußballturnieren umliegender Schulen oder richtet sie selber aus.

Jedes Jahr werden in der Sekundarstufe mehrtätigen Schulfahrten organisiert, z.B. zum Internationalen Schulbauernhof in Hevensen. Die Klassenfahrten finden in verschiedenen Lerngruppen statt.

Das Sommerfest ist Resümee und Abschluss des Schuljahres. Es wird mit Spielen und Aktivitäten mit Schüler*innen, Mitarbeiter*innen, Eltern, Erziehungsberechtigten und all denen, die in die Arbeit der Schule am Wieter involviert sind, gefeiert.

Die Schüler*innen werden durch ein qualifiziertes Team unterrichtet und gefördert, das sich aus Förderschul-, Grund-, Haupt-, Realschullehrer*innen, pädagogischen Mitarbeiter*innen, staatlich anerkannten Erzieher*innen und Heilpädagog*innen zusammensetzt. Die Mitarbeiter*innen haben zum Teil eine systemische Fortbildung absolviert. Die Schulleitung wird von einer Sekretärin in organisatorischen Angelegenheiten und Büroarbeiten unterstützt. Neben Teamsitzungen, Fallbesprechungen und Gesamtkonferenzen erhalten die Mitarbeiter*innen alle vier Wochen Supervision und damit Raum für die Reflexion des eigenen Handelns.

Das Team der Schule wird wöchentlich an drei Tagen durch einen Ergotherapeuten unterstützt. Einige Schüler*innen nehmen an der Neurofeedbacktherapie, andere an der Grob- oder Feinmotorikgruppe teil. Der enge Austausch zwischen den Lehrkräften und dem Ergotherapeuten bezüglich der Entwicklung der Kinder und Jugendlichen findet regelmäßig statt. Diese schulinterne Förderung wird ermöglich durch Spenden der Aktion Kindertraum. Eine schulinterne Logopädie und Legasthenie durch eine zertifizierte Therapeutin runden das Angebot der Schule ab.

Kontakt

Schule am Wieter

Sudheimer Str. 65
37154 Northeim

Ansprechpartner*innen

Katrin Fischer

Sudheimer Str. 65
37154 Northeim
Deutschland

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